Archiv für die Kategorie „Allgemein“

Neues Interview mit Will Page, Chief Economist bei PRS for Music

Donnerstag, 26. August 2010

Bei einem Interview – nach seinem Vortrag auf dem diesjährigen Future Music Camp in Mannheim – gibt Will Page interessante Einblicke in den derzeitigen Stand der weltweiten Musikindustrie.
Selten hat es jemand geschafft die momentanen Schwierigkeiten und Chancen des Marktes so auf den Punkt zu bringen. Dank seiner angenehm positiven und unverkrampften Art, die Themen von allen Seiten zu beleuchten, ist es ein sehr aufschlussreiches Interview geworden!

Klage gegen McDonald’s Werbejingle abgewiesen

Dienstag, 24. August 2010

Im Streit um die Nutzung des McDonald’s Werbejingles “Ich liebe es” wurde die Klage des Komponisten Stephan Obinger durch das Landgericht München abgewiesen.

In der Begründung des Urteils heisst es u.a.:

„Die Kammer, die das aufgrund ihrer musikalischen Allgemeinbildung ohne Hinzuziehung eines Sachverständigen beurteilen kann, ist … der Auffassung, dass die “Melodie”, auf die in der Produktion des Klägers der Text “McDonalds – Ich liebe es” gerapt wird, keine persönliche geistige Schöpfung im Sinne von § 2 Abs. 1 Nr. 2 UrhG darstellt, weil ihr die hierfür erforderliche Schöpfungshöhe fehlt. … Beide Melodiefolgen, auf die bei der Komposition des Klägers der Text “Ich liebe es” gerapt wird, sind … so sehr von dem natürlichen Sprechduktus vorgegeben, dass sie nicht die erforderliche Schöpfungshöhe aufweisen. Was die drei Töne angeht, auf die in der Komposition des Klägers der Textteil “McDonalds” gerapt wird, so ist diese, da sie lediglich aus einer Terz und einer Sekunde besteht, zu simpel, um die erforderliche Gestaltungshöhe zu erreichen.“

Quelle: Pressemitteilung des Landgericht München – Nr. 24/10 vom 18.08.2010


Red Bull Music Academy 2010

Dienstag, 17. August 2010

Die Red Bull Music Academy zählt mittlerweile zu den anerkanntesten Musik-Workshops überhaupt. 60 ausgewählte Nachwuchsmusiker werden alljährlich in wechselnde internationale Metropolen eingeladen, um zusammen mit prominenten Produzenten, DJs und Professionals aus der Musikbranche zu “workshopen”. Die 13. Academy fand dieses Jahr in London statt und das Ergebnis der Arbeiten kann man nun in dem Audio-Jahrbuch “Various Assets – Not For Sale: Red Bull Music Academy London 2010” bestaunen – darunter so illustre Produzenten wie James Pants, Modeselektor oder DâM-FunK.

http://www.redbullmusicacademy.com/daily-news/post/23/0/1663

50 years of Dr. Martens

Dienstag, 17. August 2010

Der unverwüstliche Kultschuh Dr. Martens wird 50 Jahre alt. Anlässlich des Jubiläums bat der englische Schuhhersteller mit deutschen Wurzeln 10 Künstler, Coverversionen von Kultsongs aufzunehmen, die den Geist der Dr. Martens-Träger der letzten 50 Jahre widerspiegeln. Visualisiert wurde das Ganze von 10 Regisseuren. Das Ergebnis sind erstklassige Musikstücke und -videos von Künstlern wie The Cinematic Orchestra, DâM-FunK, Black Rebel Motorcycle Club, The Duke Spirit oder Noisettes, die zudem auch als Free-MP3s erhältlich sind.

http://50.drmartens.com/

Jeff Mills – The Occurrence

Montag, 16. August 2010

Techno-Legende Jeff Mills ist sicher einer der innovativsten Musikproduzenten und DJs dieser Zeit. Als Teil von Underground Resistance hat er den Techno-Sound aus Detroit entscheidend geprägt. Mit seinen Solo-Projekten und Labels wie Axis Records oder Purpose Maker ist er auch nach 20 Jahren immer noch einer der einflussreichsten Figuren der Technoszene. Musikalisch versucht er dabei stets neue Wege zu gehen und seine Soundstrukturen und –konzepte immer weiter zu entwickeln. Dabei sieht er die Musik nie losgelöst von seiner Peripherie, sondern auch immer als möglichen Teil von etwas anderem. So sind auch seine Bemühungen zu sehen, neben neuen Sounds auch neue oder alternative Formen der Musikspeicherung, – präsentation, -nutzung, -konsumierung oder einfach des Musikerlebens zu entwickeln und seine Musik nicht nur in traditionelle Kontexte zu stellen – sei es seine DVD „Exhibitionist“, die seine DJ-Kunst durch verschiedene interaktiv steuerbare Kameraperspektiven visualisiert hat, seine Neuvertonung des Fritz Lang Stummfilm-Klassikers „Metropolis“ oder das Projekt „Blue Potential“, das er anlässlich des UNESCO-Weltkulturerbes Pont du Gard mit einem Orchester verwirklicht hat.

Einen innovativen Weg geht er nun auch mit seinem neuen Album „The Occurrence“. Das Album, das Teil der auf einer Science Fiction Story basierenden „The Sleepers Wakes“-Reihe ist, erscheint in der limitierten Edition auf einer Hybrid-CD, die er zusammen mit dem Designer Yuri Suzuki und dem Schallplattenhersteller Optima Discs entwickelt hat. Die eine Seite ist eine Vinylpressung – abspielbar auf einem Plattenspieler, die andere eine ganz normale CD. So wie das Album laut Jeff Mills ein Hybrid zwischen Science Fiction und Techno sein soll, so ist auch das Abspiel-Format und die Technologie ein Hybrid, das dem Hörer neue, ungewohnte Optionen bietet, wie er die Musik genießen kann.

So sehr seine Musik und Technomusik im Allgemeinen scheinbar nur dem Fortschritts- und Technologiegedanken unterworfen ist, so kritisch steht Jeff Mills dem allen gegenüber und verweist in Interviews darauf, dass den Menschen durch die immer größere Abhängigkeit von Technologie der Sinn für menschliche Gefühle abhandenkomme. Dass er nun ein derart haptisches und ästhetisch schönes Release veröffentlicht, das die analoge Seite mit der digitalen vereint, darf deshalb auch als Zukunfts- und Technologiekritik und ein wunderbares Statement in Zeiten von körperlosen MP3s gesehen werden.

http://www.axisrecords.com/

Neue Videos zum Thema Musik und Marken

Dienstag, 27. Juli 2010

Heute sind zwei weitere interessante Interviews zum Thema Musik und Marken erschienen:

1. Jochen Leisewitz, Leitender Creative Director bei BrawandRieken, der u.a. die Entstehungsgeschichte der “Like ice in the sunshine”-Kampagne Revue passieren lässt und

2. Guido Heffels, Mitbegründer und Creative Director der aalglatten und erfolgreichen Agentur Heimat .

Beide findet man auf unserem Videokanal zum Thema “Musik und Marken”

Neue Videos zum Thema Musik und Marken/Design

Dienstag, 6. Juli 2010

Wir haben zwei neue Videos in unseren YouTube Kanal hochgeladen. Auf dem ADC Gipfel in Frankfurt haben wir uns mit John Groves und Eike König unterhalten. Beide Meister ihres Fachs!

Während John Groves interessante Antworten zum Thema Soundbranding liefert, widmet sich Eike König vor allem seinem Schwerpunkt Design (in Verbindung mit Musik).

Mehr auf YouTube


- John Groves, Geschäftsführer Groves Sound Communications

- Eike König, Geschäftsführer HORT




YouTube-Kanal “Musik und Marken”

Dienstag, 29. Juni 2010

Wir haben in den letzten Wochen zahlreiche spannende Interviews zum Thema “Musik und Marken” geführt. Diese haben wir nun in einem eigenen YouTube-Kanal zusammengefasst, der sich ausschließlich mit dem Thema Musik und Marken beschäftigt.

Im ersten Schritt finden sich zahlreiche Experten-Interviews, in denen zahlreiche spannende Facetten von Musik im Zusammenspiel mit anderen Marketingdisziplinen beleuchtet werden, u.a. mit

- Sascha Lobo, Strategieberater und Alpha-Blogger

- Peter Heinlein, Autor und Kommunikationsberater

- Ulrich Schulze Althoff, Geschäftsführer Badmonkee

- Philipp Böttcher, Creative Director

Mehr auf YouTube.

Vuvuzelas – der unfreiwillige Markensound der WM

Montag, 28. Juni 2010

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika ist in diesen Tagen allgegenwärtig und kein Thema wird so kontrovers diskutiert wie die Vuvuzela. Das Blasinstrument, das mit bis zu 125 dB(A) zu den lautesten „Anfeuerungsinstrumenten“ der Sportgeschichte zählt und vergleichbar mit einem Düsenjet im Probelauf ist, spaltet Fans, Spieler und Medien wie kein anderes Thema. Zwar ist der hiesige Fangesang in den Bundesligastadien mit bis zu 120 dB(A) nicht minder leiser, aber das sehr breite Frequenzspektrum der Vuvuzela von 220 Hz bis 15000 Hz führt zur Überlagerung anderer Signale und zu einem subjektiven Störempfinden. Die verschiedenen Längen der Vuvuzelas erzeugen zudem unterschiedliche Tonhöhen, die daraus entstehenden sogenannten Cluster werden als langanhaltende und flächendeckende Geräuschkulisse wahrgenommen. Da die Vuvuzelas im Gegensatz zum üblichen Fangesang völlig unabhängig vom Spielverlauf und dessen Spannung über die ganzen 90 Minuten eingesetzt werden, wird der Eindruck einer monotonen Dauerbeschallung noch verstärkt.

Manch einer mag dies als Fest für die Neue Musik à la Stockhausen und Ligeti, als „Ein-Ton-Symphonie der Zigtausend“ feiern (Der Tagesspiegel, 15.06.2010), aber eine Vielzahl von Menschen fühlt sich doch eher belästigt. Wahlweise wird die Vuvuzela mit Hornissenschwärmen, Elefanten-Tröten oder Motorsägen verglichen. Die Fans im Stadion holen sich Ohrenstöpsel, damit sie keinen Gehörschaden erleiden. Die Spieler beschweren sich, dass sie sich auf dem Spielfeld nicht verständigen können. Die Fernsehanstalten werden mit Beschwerden der Zuschauer überhäuft, die von der Dauerbeschallung genervt sind. Anti-Vuvuzela-Gruppen auf Facebook, unzählige Tweets über das nervige Dauergeräusch bei Twitter, Forderung eines „Tröööt-Verbots“ durch die Bild-Zeitung – die Anti-Vuvuzela-Front ist groß. Nachdem jedoch ein Vuvuzela-Verbot abermals von der FIFA abgelehnt wurde und es zurzeit unwahrscheinlich erscheint, daß sich dies noch ändern wird, haben die Fernsehanstalten hierzulande zumindest reagiert und einen Vuvuzela-Filter vorgeschaltet, der den unbeliebten Dauerton so gut es geht unterdrückt. Auch im Netz sind viele Vuvuzela-Filter kostenlos herunterzuladen.

Verteidiger der Vuvuzela verweisen immer wieder auf die Kulturhistorie des Instruments, sie sei ein fester Bestandteil der afrikanischen Fußballkultur, die es zu respektieren gelte. Zwar wurden die ersten Vuvuzelas aus Blech tatsächlich bereits in den 90er Jahren entwickelt, aber erst als das südafrikanische Unternehmen Masincedane Sport, gefördert durch den Südafrikanischen Fußballverband, im Jahre 2001 die Massenproduktion aus Kunststoff begann, entwickelte sich die Vuvuzela mehr und mehr zum Massenphänomen in den südafrikanischen Fußballstadien. Bis zum Vorjahr war die Vuvuzela zudem ein fast ausschließlich südafrikanisches Phänomen, von einer gesamtafrikanischen Tradition kann man also kaum sprechen. Ethnologen sprechen von einer „Invention of Tradition“, die Vuvuzela sei eine reine Marketingerfindung, die als tradierte Kultur verkauft wird.

Wie immer man zu dem Thema stehen mag, Fakt ist, dass die Vuvuzela ein realer Bestandteil dieser WM ist, sie ist de facto und unüberhörbar Teil der Südafrikanischen Fußballkultur. Der Sound der Vuvuzela beschallt dabei nicht nur die WM-Spiele, sondern er strahlt auch auf das ganze Ereignis WM ab. Das ist umso bemerkenswerter, wenn man sich der Vormacht der optischen Medien bewusst ist. Jeder, der sich die WM anschaut, wird diesen Sound kennen und jeder, der diesen Sound hört, wird an diese WM denken. Sie ist somit zum Symbol dieser WM geworden oder wenn man genauer sein möchte – sie ist zum unfreiwilligen Markensound dieser WM geworden.

Bang & Olufsen – der erste vertonte Geschäftsbericht

Freitag, 4. Juni 2010

Der nordische Nobel-Elektronikhersteller Bang & Olufsen gilt als der Rolls Royce der Audio- und Videoanlagen. Trotz (oder gerade wegen) massiver finanzieller Schwierigkeiten zeigt man sich bei der Ausgestaltung des aktuellen Geschäftsberichts äußerst kreativ. Bang & Olufsen präsentiert den ersten vertonten Geschäftsbericht weltweit. Markante Auszüge des Geschäftsberichts wurden von einem renommierten Opernensemble umgesetzt. Das 5 CDs umfassende Audiokunstwerk ist eine Melange aus Arien, Ouvertüren und Chorälen. So werden selbst trockenste Tabellen und Analysen zum echten Markenerlebnis. Und das gewählte Medium ist zu 100% markenkonform.

Natürlich ist diese Produktion nicht günstig – aber verglichen mit dem verbundenen PR-Coup, den bereits erhaltenen Awards (man gilt auch in Cannes als heißer Anwärter) sowie dem Weitererzählfaktor sind die Produktionskosten verschwindend gering.

Dennoch verständlich, dass der Geschäftsbericht in 2 Varianten publiziert wurde: Die Premiumversion wurde an einen limitierten Kreis von 50 Aktionären und Kunden geschickt. Die Basisversion erhielten 520 ausgewählte Aktionäre und Kunden. Wir haben die Premiumversion beim diesjährigen ADC-Award in Augenschein nehmen können, wo sie auch ausgezeichnet wurde. Klar, dass sich wahrscheinlich kein Aktionär durch 5 Longplayer hören wird. Aber einen detaillierten Geschäftsbericht liest man ja auch selten von vorne bis hinten durch. Wir meinen dennoch, eine wirklich innovative Idee und eine perfekte Umsetzung.